2026 - Aufbruch und Ankommen

31. Dezember 2025: Es ist der letzte Tag des Jahres 2025, und ich fühle Erleichterung. Erleichterung darüber, dass ein Jahr zu Ende geht, in dem ich mich nicht zu Hause fühlen konnte. Es war wie eine Verlängerung von 2024, geprägt von vielen schmerzhaften Momenten – sowohl seelisch als auch körperlich. Ich habe die Liebe zu meinem Beruf verloren. Ja, er war einmal meine Berufung, aber das Leben nach Corona hat mich in vielerlei Hinsicht verändert.

Dazu kam der Verlust meines Zwillingsbruders. Es war, als ginge ein Teil von mir; meine Seele litt unter unsäglichen Schmerzen. Ich vermisste ihn so sehr, doch das war nur ein Teil der Wahrheit. Ihn zu vermissen, war ich gewohnt – die Depression hatte schon lange eine Distanz zwischen uns gebracht. Dieser vertraute Schmerz des Vermissens fand nun jedoch ein jähes Ende. Er wich dem Wissen, dass mein geliebter Bruder in seinem Suizid den Frieden gefunden hat, den er im Leben nicht mehr finden konnte.

Der Schmerz, der dadurch über mich hereinbrach, war neu. Anfangs fühlte es sich an, als hätte mich etwas aus meinem tiefsten Inneren verlassen. Inzwischen hat sich dieses Gefühl gewandelt: Die Fülle meiner Seele kehrt heim. Ich spüre die Seele meines Bruders als heimgekehrt, als Ruhepol in mir, als eins mit mir.

Wenn ich in die Natur gehe, die Augen schließe und die frische Luft atme, spüre ich, wie sie mein Gesicht streichelt. Ich denke an ihn und fühle seine Nähe; fühle seinen und meinen Wunsch nach Geborgenheit in der Natur. Es ist, als würde er mir sagen: „Geh und lebe für uns beide die Abenteuer, zu denen ich nie Zugang fand. Du bist so stark und mutig. Das Leben hat dir viel abverlangt, aber auch so viel gegeben. Unsere Seelen werden nie wieder getrennt sein – deine Abenteuer sind auch meine.“

Diese Gefühle erfüllen mich mit Wärme. So sehr ich mir wünschte, er wäre noch hier und würde ein glückliches Leben führen, so sehr blicke ich nun auch nach vorne auf die Möglichkeiten, die mir geschenkt sind.

So reifte eine Idee, formte sich eine Sehnsucht, und mein Herz fing Feuer. Nun brennt da eine Flamme … Bilder meiner Sehnsuchtsinsel tauchen immer öfter auf. Wer mich kennt, weiß um die Insel meiner Träume: Island.

Sehnsuchtsinsel Island

Island im Eismeer, im hohen Norden, wo im Sommer die Sonne fast ununterbrochen scheint und im Winter das Nordlicht tanzt. Wo Feen und Trolle die raue Landschaft bevölkern und stolze Islandpferde durch unwegsames Gelände galoppieren. Eine Insel, die man entweder liebt oder für die man gar nichts empfindet. Ich liebe diese einzigartige Natur, die das Auge mal verwöhnt und dann wieder mit dem schier endlosen „Nichts“ schwarz-grauer Asche konfrontiert. Und plötzlich: eine Blume! Zwischen all dem feurig-gebrannten Gestein wächst sie, kaum größer als mein kleiner Fingernagel. Es fühlt sich an, als könne ich sie riechen. Ich krieche am Boden, um dem Duft näher zu kommen – auch wenn sie eigentlich nur in meinem Geist duftet, so klein und zart ist sie.

Island ruft mich und ich kann diesem Ruf nicht widerstehen. In den letzten Monaten war da der Wunsch, im kommenden Sommer auf der „Via Alpina“ durch die Alpen zu wandern. Doch nun habe ich eine andere Entscheidung getroffen: Ich habe mich auf Island festgelegt. Es ist schön, ein neues Ziel vor Augen zu haben und ich empfinde tiefe Freude darüber. Die Entscheidung steht fest.

Am 01.06.2026 geht es mit dem kleinen Fiat Panda Cross 4x4 auf die Fähre von Hirtshals in Dänemark nach Seyðisfjörður in Island. Dort warten viele spannende Abenteuer auf uns, bevor wir an meinem Geburtstag, dem 01.10.2026, wieder die Fähre nach Hause nehmen. Die Überfahrt dauert zwei Tage, vorbei an den Shetlandinseln und mit einem Zwischenstopp auf den Färöern.

Viele spannende Erlebnisse wollen nun geplant werden. Ich freue mich, wenn ihr von Anfang an mit dabei seid – denn geteiltes Glück ist doppeltes Glück!