Meine Vorbereitung auf Island

Während viele im Winter eher ihre Aktivitäten herunterfahren, bereite ich mich intensiv auf die kommenden Herausforderungen vor. Und das nicht nur, weil ich schon jenseits der 60 bin, sondern vor allem, um mit möglichst viel Leichtigkeit und Unbeschwertheit die zahlreich geplanten Wanderungen genießen zu können. 

Neben Muskelaufbau wandere ich mehrmals pro Woche meine Heimatstrecke ab. 2022 lief ich als Vorbereitung auf den 4200 km langen Fernwanderweg Pacific Crest Trail (PCT) noch täglich die zweimal 10 Kilometer zu meiner Arbeitsstätte – inzwischen ist es die „Haager Runde“ geworden, die mir neben Training auch die Freude bringt, der Natur bei ihrem Wechsel aus dem Winterschlafmodus ins Frühjahr hinein sehr nahe zu sein.  Schon von meinen vorherigen Wanderungen auf Island weiß ich, dass es inzwischen auch dort kleine Wälder gibt. Aber ich weiß auch, wie froh man nach einem Aufenthalt in Island ist, wieder eintauchen zu können in unseren heimischen Wald mit seinen majestätischen Buchen und Eichen. Darum erlebe ich das im Moment noch intensiver, während ich Ausdauer und Stabilität der Gehwerkzeuge verbessere.

Mein Miniwomo, mein Panda 4x4

Mein Rolling Home wird von einer befreundeten Werkstatt so weit wie möglich fit gemacht für den Plan, auch viel abseits der Ringstrasse auf Schotterstrecken unterwegs zu sein. Der kleine Wagen hat keine allzu große Bodenfreiheit und so schützt ein zusätzlicher Unterbodenschutz. Auch das Dachgepäcktträger-System wird soweit aufgerüstet, dass der Reservereifen oben drauf passt – ich brauche Stauraum für tagelanges Unterwegssein und am tiefsten Punkt, dem Radkasten, wird mein "Kühlschrank" sein. Auch die Stromversorgung für Handy, fliegende Kamera und Laptop muss sichergestellt werden und der Kocher für warmes Essen und den heißen Kaffee morgens darf nicht fehlen.

Allzu große Gedanken mache ich mir allerdings nicht (mehr). Die sehr großen Wanderungen in den letzten Jahren haben mich gelehrt, dass Weniger mehr ist und dass Vieles von dem, was man meint zu benötigen, doch nicht so wichtig ist.

Denke ich zurück an meine ersten Fernreisen als junge Frau, zum Beispiel nach Südafrika, dann ist heute im Vergleich die Planung einer solchen Reise erheblich einfacher geworden. Das Internet bringt eine Fülle an Informationen und die zahlreichen Filme auf Youtube vermitteln einem einen guten Eindruck, was Island alles zu bieten hat. Doch mit so viel Zeit zur Verfügung möchte ich natürlich auch die Stellen erkunden, die in keinem Hochglanzprospekt oder eine der zahllosen „10-Must-See-Sehenswürdigkeiten“-Listen stehen. Und das macht die Planung dann kniffliger….und so spannend, dass mir dabei täglich die Vorfreude auf „Island intensiv 2026“ das Herz schneller schlagen lässt.