Island - Insel aus Feuer und Eis
- Island in Zahlen und Fakten
- Besonderheiten & Anekdoten
- Essen und Schlafen
- Die 10 wichtigsten Touristenziele
- Die Ringstraße
- Puffins, Westfjorde & Nordosten
- Östlich der Ringstraße
- Islands Geologie in Zahlen
- Wirtschaft und Industrie
- Probleme & Herausforderungen
- Land der Sagen und Poeten
- Seit Januar 2026: Die neue Strassenmaut!
- Hilfreiche Links
1. Island in Zahlen und Fakten
Island, die „Insel aus Feuer und Eis", ist ein Land der extremen Kontraste und faszinierenden geografischen Fakten. Mit einer Fläche von rund 103.000 Quadratkilometern ist sie der zweitgrößte Inselstaat Europas, beherbergt jedoch nur etwa 380.000 Einwohner, wovon der Großteil in der Hauptstadtregion Reykjavík lebt.
Geologisch gesehen ist Island ein junges Land, das direkt auf dem Mittelatlantischen Rücken liegt – dort, wo die nordamerikanische und die eurasische Kontinentalplatte auseinanderdriften. Diese besondere Lage sorgt für eine immense vulkanische Aktivität und speist die unzähligen heißen Quellen, die das Land heute fast vollständig mit regenerativer Energie versorgen.
Von den etwa 130 Vulkanen der Insel werden rund 30 Systeme als aktiv eingestuft, sodass statistisch gesehen alle vier bis fünf Jahre mit einem Ausbruch zu rechnen ist. Diese enorme geothermische Energie zeigt sich auch in den Hunderte von heißen Quellen und rund 250 hydrothermalen Gebieten.
Ein besonderes Highlight ist dabei die Deildartunguhver, die als größte Heißwasserquelle der Welt gilt und pro Sekunde beachtliche 180 Liter kochendes Wasser ausstößt.
Für Reisende, die diese Naturwunder erkunden wollen, ist eine gute Planung der Infrastruktur unerlässlich. Da Wildcamping seit 2015 streng reglementiert und für Camper in den meisten Gebieten untersagt ist, greifen Besucher auf die über 170 registrierten Campingplätze des Landes zurück.
Wer tiefer in das unbewohnte Hochland vordringen möchte, muss die sogenannten F-Straßen (Fjallvegir/Berg-Wege) nutzen. Von diesen etwa 60 bis 70 offiziell gelisteten Bergpisten sind viele nur in den Sommermonaten befahrbar. Aufgrund der extremen Bedingungen und Flussüberquerungen ist es zudem gesetzlich vorgeschrieben, diese Routen ausschließlich mit Allradfahrzeugen (4x4) zu bewältigen.
Trotz der nördlichen Lage direkt am Polarkreis ist das Klima dank des Golfstroms überraschend mild, wenn auch extrem wechselhaft.
2. Besonderheiten & Anekdoten
- Das unsichtbare Volk: Der Glaube an Elfen und Trolle (das „Huldufólk") ist weit mehr als nur Folklore. Straßenbauprojekte werden umgeplant oder Kurven um bestimmte Felsen herumgeführt, um die dort lebenden Naturgeister nicht zu erzürnen. Es gibt sogar offizielle „Beauftragte", die prüfen, ob ein Stein ein Elfenheim sein könnte.
- Ein Land ohne Nachnamen: Die Isländer nutzen das Patronymikon – feste Familiennamen sind kaum verbreitet. Der Sohn von Erik heißt Jónsson, die Tochter Eriksdóttir. Das Telefonbuch ist nach Vornamen sortiert, und selbst den Präsidenten spricht man mit dem Vornamen an.
- Die Nicht-Kriminalität: Island gilt als eines der sichersten Länder der Welt. Die Polizei postet auf sozialen Kanälen Fotos vom Eisessen oder beim Retten von Enten. Bis vor wenigen Jahren trugen Streifenpolizisten keine Schusswaffen. Diese friedliche Atmosphäre ist so tief verwurzelt, dass es völlig normal ist, schlafende Babys im Kinderwagen vor Cafés an der frischen Luft stehen zu lassen, während die Eltern drinnen in aller Ruhe ihren Kaffee trinken.
3. Essen und Schlafen
Preisunterschiede und Lebenshaltungskosten
Island weist erhebliche Preisunterschiede zwischen der Hauptstadtregion Reykjavík und den ländlichen Gebieten auf. Während Dienstleistungen und gehobene Gastronomie in der Stadt sehr teuer sind, steigen auf dem Land vor allem die Preise in kleinen Supermärkten und an Tankstellen, da die Logistikwege länger sind. Ein Restaurantbesuch für zwei Personen kostet selten unter 80 Euro, während Selbstversorger in Discountern wie "Bónus" oder "Krónan" ihre Kosten deutlich senken können, auch wenn die Preise dort immer noch rund 30 % bis 50 % über deutschem Niveau liegen (was sich durch das höhere Durchschnittsgehalt der Isländer begründen lässt).
Unterkünfte sind durchweg sehr teuer und liegen selten unter 100 EUR pro Nacht, können aber mit etwas gehobenerem Standard oder in abgelegenen Ecken auch schnell über 200 EUR springen. Das Angebot an Unterkünften reicht von modernen Design-Hotels in Reykjavík bis hin zu gemütlichen Gästehäusern auf dem Land, erfordert jedoch aufgrund der stabilen Nachfrage – besonders während der Nordlicht-Saison oder im Sommer – eine frühzeitige Buchung. Abseits der Ringstraße bilden oft Tankstellen-Bistros wichtige soziale und kulinarische Anlaufpunkte.
4. Die 10 wichtigsten Touristenziele
Den unangefochtenen Auftakt bildet der Golden Circle – eine Route, die das historische Þingvellir mit dem Geysir Strokkur und dem goldenen Wasserfall Gullfoss verbindet. Nicht weit entfernt lockt die Blaue Lagune mit ihrem mineralreichen Thermalwasser (derzeit im Wiederaufbau nach den Vulkanausbrüchen auf der Reykjanes-Halbinsel).
An der Südküste warten Skógafoss und Seljalandsfoss – letzterer lässt sich sogar hintergehen. Am schwarzen Strand von Reynisfjara trotzen Basaltsäulen und die Felsnadeln der Reynisdrangar der tosenden Brandung. Die Gletscherlagune Jökulsárlón mit ihrem Diamond Beach bietet ein beinahe surreales Erlebnis.
Im Landesinneren fasziniert Landmannalaugar mit bunten Rhyolithbergen und natürlichen Thermalquellen. Der Vatnajökull-Nationalpark zeigt die monumentale Macht des Eises; am Mývatn-See dampfen Solfatarenfelder und bizarre Lavaformationen. Die Halbinsel Snæfellsnes mit ihrem gletschergekrönten Vulkan gilt schließlich als „Island im Miniaturformat".
5. Die Ringstraße – alles verbindende Lebensader
Die Ringstraße, offiziell als Route 1 bekannt, bildet mit einer Gesamtlänge von rund 1.332 Kilometern das Rückgrat der isländischen Infrastruktur und umrundet die gesamte Insel. Im Sommer sollte man mindestens 7 bis 10 Tage veranschlagen; 12 bis 14 Tage bieten den nötigen Puffer für spontane Abstecher. Im Winter empfiehlt sich aufgrund möglicher Straßensperrungen mindestens zwei Wochen.
Die Route wird meist gegen den Uhrzeigersinn befahren. Vom Süden mit Seljalandsfoss und Skógafoss über den schwarzen Strand bei Reynisfjara führt der Weg weiter zu Vatnajökull und Jökulsárlón. Nach den einsamen Ostfjorden folgt im Norden die geothermisch aktive Mývatn-Region mit den brodelnden Schlammtöpfen von Hverir und dem mächtigsten Wasserfall Europas – dem Dettifoss. Den Abschluss bildet der historisch bedeutsame Goðafoss, bevor die Strecke über Akureyri zurück nach Reykjavík führt.
6. Puffins, die Westfjorde und der Nordosten
Die Westfjorde: Ein Refugium der Stille
In den Westfjorden scheint die Zeit langsamer zu verstreichen. Hier findet man den monumentalen Wasserfall Dynjandi, dessen Kaskaden sich wie ein weißer Brautschleier über den dunklen Fels legen. Wer die holprigen Schotterpisten bis zum westlichsten Punkt Europas auf sich nimmt, erreicht Látrabjarg – Steilklippen, die sich über 14 Kilometer erstrecken und bis zu 440 Meter senkrecht aus dem Meer ragen.
Die charmanten Bewohner: Papageitaucher
Mit ihren bunt gestreiften Schnäbeln und dem watschelnden Gang wirken Puffins wie kleine Clowns der Lüfte. Zwischen Mai und August kehren sie vom offenen Ozean zurück, um in grasbewachsenen Erdlöchern am oberen Rand der Klippen zu brüten. An Land kaum natürliche Feinde habend, lassen sie Beobachter bis auf wenige Meter heran.
Der Nordosten: Wildnis und Wale
Die Region um Húsavík gilt als Hauptstadt der Walbeobachtung. Die nahe Insel Lundey (Puffin Island) wird während der Sommermonate von Zehntausenden Vögeln bevölkert. Am Mývatn-See und in den dampfenden Schwefelfeldern von Hverir offenbart sich die vulkanische Aktivität des Nordostens in ihrer ganzen Gewalt.
7. Östlich der Ringstraße
Die Halbinsel Melrakkaslétta: Am Rande der Arktis
Hinter dem Ort Raufarhöfn fühlt man sich wie am Ende der Welt. Die Küstenlinie ist flach und übersät mit Treibholz aus Sibirien. Hier steht der beeindruckende Arctic Henge (Heimskautsgerði) – ein gewaltiges Monument aus Steinblöcken, das an Stonehenge erinnert und die nordische Mythologie sowie den Lauf der Sonne ehrt. Die flachen Küstenseen sind wichtige Brutgebiete für Eisenten und Sterntaucher; an den einsamen Ufern gehen Polarfüchse auf Nahrungssuche.
Langanes und die Klippen von Skoruvík
Die schmale Halbinsel Langanes ragt in den Ozean, deren Form an einen Entenkopf erinnert. Eine holprige Piste führt zum verlassenen Hof Skálar und zu den Klippen von Skoruvík, wo die Aussichtsplattform Sturavík über den Abgrund ragt. Von hier aus blickt man auf die markante Felsensäule Stapi, auf der Tausende von Basstölpeln nisten.
Vopnafjörður und das Tor zu den Ostfjorden
Die Gegend um den Vopnafjörður bietet einige der besten Lachsflüsse der Welt. Der Kontrast zwischen schwarzen Sandstränden, tiefblauen Fjorden und oft noch im Sommer schneebedeckten Gipfeln macht diesen Teil Islands zum Geheimtipp für Wanderer, die absolute Stille suchen.
8. Islands Geologie in Zahlen
Island liegt auf dem Mittelozeanischen Rücken – einem der wenigen Orte weltweit, an dem dieser über dem Meeresspiegel liegt. Die eurasische und die nordamerikanische Kontinentalplatte driften jedes Jahr um etwa 2 Zentimeter auseinander, entlang einer 1.000 Kilometer langen aktiven Vulkanzone.
Besonders eindrucksvoll manifestiert sich die Geologie in den extremen Höhenunterschieden der Insel. Der höchste Punkt Islands ist der Hvannadalshnúkur, der als Teil des gewaltigen Öræfajökull-Vulkans stolze 2.110 Meter in den Himmel ragt. Im krassen Gegensatz dazu steht die berühmte Gletscherlagune Jökulsárlón. Während ihre Oberfläche auf Meereshöhe liegt, verbirgt sie in ihrer Tiefe den absoluten Tiefpunkt des Landes: Der Grund der Lagune liegt etwa 248 Meter unter dem Meeresspiegel, ausgehöhlt durch die enorme Erosionskraft der sich zurückziehenden Gletscherzungen.
Über diesen Extremen thronen die eisigen Giganten des Nordens. Island beherbergt mit dem Vatnajökull den flächenmäßig größten Gletscher Europas außerhalb des polaren Raums. Seine Fläche von rund 8.100 Quadratkilometern macht etwa 8 % der gesamten Landfläche aus, wobei das Eis an seiner dicksten Stelle eine Mächtigkeit von 1.000 Metern erreicht. Diese Eismassen speisen gewaltige Flüsse, wie den Dettifoss im Nordosten, der mit einer durchschnittlichen Durchflussmenge von 193 Kubikmetern pro Sekunde als leistungsstärkster Wasserfall Europas gilt.
Die Hitze unter der Oberfläche ist dabei fast überall präsent und wird hocheffizient genutzt. Rund 90 % aller isländischen Haushalte werden direkt mit geothermalem Warmwasser beheizt. In vielen Gebieten erreicht das Wasser bereits knapp unter der Erdoberfläche Temperaturen von 100 Grad Celsius, was die berühmten Geysire befeuert. Der Große Geysir schoss seine Fontänen in der Vergangenheit sogar bis zu 80 Meter hoch. Geologisch gesehen ist Island ein „Baby“ unter den Landmassen.
Das älteste Gestein in den Westfjorden ist gerade einmal 16 bis 18 Millionen Jahre alt – ein winziger Bruchteil im Vergleich zu den über 3 Milliarden Jahre alten Gesteinen anderer Kontinente. Dass dieser Entstehungsprozess niemals stillsteht, bewies zuletzt die Geburt der Insel Surtsey im Jahr 1963, die als eines der jüngsten Landgebiete der Welt aus dem Ozean emporstieg.
9. Wirtschaft und Industrie
Die isländische Industrielandschaft ist ein gutes Beispiel für eine Wirtschaft, die ihre extremen natürlichen Bedingungen nicht als Hindernis, sondern als wertvolle Ressource nutzt. Über Jahrhunderte bildete die Fischerei das unangefochtene Rückgrat des Landes, was der geografischen Lage im Nordatlantik geschuldet ist. Dort treffen warme und kalte Meeresströmungen aufeinander und schaffen eines der nährstoffreichsten Fischgründe der Erde. Heute macht der Export von Fischereiprodukten noch immer etwa 20 % der Warenexporte aus, wobei Island durch hochmoderne Fang- und Verarbeitungstechnologien weltweit Maßstäbe in Sachen Nachhaltigkeit setzt.
Ein weitaus überraschenderer Pfeiler der Wirtschaft ist die Aluminiumindustrie. Obwohl Island über keinerlei eigene Erzvorkommen verfügt, hat es sich zu einem der größten Aluminiumproduzenten der Welt entwickelt. Der Grund hierfür liegt in der schier unerschöpflichen Verfügbarkeit von günstiger, grüner Energie aus Wasserkraft (nahezu vollständig für die stromintensive Elektrolyse von Bauxit zu Aluminium genutzt) und Geothermie. Da die Schmelzprozesse extrem energieintensiv sind, ist es wirtschaftlich rentabler, das Erz über weite Strecken nach Island zu verschiffen, es dort mit sauberem Strom zu verarbeiten und das fertige Metall wieder zu exportieren. In Fachkreisen wird Aluminium daher oft als „eingefrorene Elektrizität“ bezeichnet, die Island den Export seiner Naturkräfte ermöglicht.
In den letzten zwei Jahrzehnten hat zudem der Tourismus eine beispiellose Dynamik entwickelt und den Fischfang als wichtigsten Devisenbringer abgelöst. Die archaische Landschaft aus Gletschern und Vulkanen zieht jährlich über 2 Millionen Besucher an, was wiederum eine umfangreiche Dienstleistungs- und Bauindustrie nach sich gezogen hat. Ergänzt wird dieses Portfolio durch einen wachsenden Hightech-Sektor, der sich auf Biotechnologie, Software für die Fischverarbeitung und die Speicherung von Kohlendioxid im Basaltgestein spezialisiert hat.
Auch internationale Rechenzentren siedeln sich verstärkt auf der Insel an, da das kühle Klima die Energiekosten für die Kühlung der Server massiv senkt. So verwandelt Island seine isolierte Lage und seine vulkanische Hitze konsequent in einen modernen, hochspezialisierten Wirtschaftsstandort.
10. Probleme & Herausforderungen
Island sieht sich heute mit einer komplexen Mischung aus geologischen, wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen konfrontiert, die das Land an seine Belastungsgrenzen führen. Die unmittelbarste Bedrohung geht von der wiedererwachten vulkanischen Aktivität auf der Reykjanes-Halbinsel aus. Seit 2021 fordern regelmäßige Eruptionen massive Investitionen in den Katastrophenschutz, um lebenswichtige Infrastrukturen wie das geothermische Kraftwerk Svartsengi zu sichern. Besonders schwer wiegt dabei das soziale Trauma und die wirtschaftliche Last durch die Evakuierung und teilweise Zerstörung der Stadt Grindavík, was die ohnehin kritische Wohnungsnot im Großraum Reykjavík drastisch verschärft hat.
Wirtschaftlich kämpft die Nation mit einer hartnäckigen Inflation und extrem hohen Lebenshaltungskosten, die weit über dem europäischen Durchschnitt liegen. Während der Tourismus als wichtigster Devisenbringer fungiert, ist er gleichzeitig mit deutlich über 2 Millionen Besuchern pro Jahr eine Quelle großer Instabilität.
Das Phänomen des Übertourismus setzt die fragile arktische Natur unter Druck und führt an beliebten Sehenswürdigkeiten zu einer spürbaren Abnutzung der Infrastruktur. Zudem führt die starke Abhängigkeit von diesem Sektor dazu, dass die isländische Krone und die gesamte Wirtschaft sehr empfindlich auf globale Krisen reagieren, was die Planungssicherheit für die Regierung und Bevölkerung erschwert.
Auf ökologischer Ebene stellt der Klimawandel eine existenzielle Herausforderung dar. Das rasche Abschmelzen der Gletscher verändert nicht nur die in Europa einmalige Landschaft, sondern beeinflusst langfristig auch die Energiegewinnung aus Wasserkraft (ca 70% neben 30% geothermische Energie) und verändert die marinen Ökosysteme.
Da bestimmte Fischarten aufgrund steigender Meerestemperaturen ihre Wanderrouten ändern, gerät das traditionelle Rückgrat der Wirtschaft, die Fischerei, unter Anpassungsdruck. Parallel dazu steht die Gesellschaft vor der Aufgabe, die wachsende Zahl an ausländischen Fachkräften sozial und sprachlich zu integrieren, um den Betrieb des Gesundheits- und Bausektors aufrechtzuerhalten, ohne den sozialen Zusammenhalt des kleinen Inselvolkes zu gefährden.
11. Land der Sagen, Geschichten und Poeten
Die Besiedlung durch norwegische Wikinger im 9. Jahrhundert markierte den Beginn einer einzigartigen Symbiose zwischen Mensch und Natur. In der kargen Isolation des Nordatlantiks, wo Vulkane die Erde erschüttern und Gletscher die Täler formen, entwickelten die Siedler eine Weltsicht, in der das Sichtbare und das Unsichtbare untrennbar ineinanderfließen.
Diese mythologische Durchdringung fand ihren literarischen Höhepunkt im 13. Jahrhundert durch Gelehrte wie Snorri Sturluson. Er bewahrte nicht nur die Götterlieder der Edda, sondern auch das Verständnis einer Welt, in der das Schicksal der Menschen von den Nornen gewoben wird. Die Isländersagas verknüpften historische Familienfehden so meisterlich mit dem Übernatürlichen, dass die Grenzen zwischen historischer Chronik und Heldenepos verschwammen.
In den dunklen Wintermonaten der Kvöldvaka wurden in Torfhäusern Sagen vorgetragen, die das „Huldufólk", das verborgene Volk, zum Leben erweckten. Felsen wurden nicht bewegt, um den Frieden der unsichtbaren Bewohner nicht zu stören. Bis in die Neuzeit hinein hat sich diese poetische Naturverbundenheit erhalten – die tiefe Überzeugung, dass der Mensch nur Gast in einer Welt ist, deren wahre Herrscher hinter dem Nebel und im Inneren der Berge verborgen liegen.
12. Die neue Straßenmaut 2026
Seit dem 1. Januar 2026 hat Island sein Steuersystem für den Straßenverkehr grundlegend umgestellt. Die bisherige Kraftstoffsteuer wurde weitgehend abgeschafft oder stark reduziert. Stattdessen wird nun eine kilometerbasierte Gebühr erhoben, die für alle Fahrzeuge gilt – egal ob Elektro, Hybrid oder Verbrenner. Das Ziel ist eine faire Beteiligung aller Straßennutzer an der Infrastruktur, da durch die hohe Anzahl an E-Autos die Einnahmen aus der Benzinsteuer eingebrochen waren. Für Mietwagenkunden wird diese Gebühr oft direkt über den Vermieter abgerechnet, entweder als Pauschale pro Tag oder nach den tatsächlich gefahrenen Kilometern bei der Rückgabe.
Bei der Einreise mit der Fähre (z. B. Smyril Line) wird für Aufenthalte bis zu 30 Tagen zunächst eine zeitbasierte Pauschale erhoben, deren Höhe sich nach der Fahrzeugart und Aufenthaltsdauer richtet. Wenn man länger als 30 Tage im Land bleiben, muß man auf eine kilometergenaue Abrechnung umstellen, bei der der Kilometerstand bei Ein- und Ausreise erfasst wird. Die Registrierung und Verwaltung erfolgen über das offizielle staatliche Serviceportal.
Das zentrale Portal für die Anmeldung und Informationen lautet: island.is/en/kilometer-fee
Rechenbeispiel für die Reiseplanung
Für ein Fahrzeug bis 3,5 Tonnen (wie einen klassischen Campervan oder einen großen Geländewagen) beträgt der Basissatz für die neue Kilometergebühr aktuell 6,95 ISK pro Kilometer. Bei einer typischen Rundreise über die Ringstraße mit einer Gesamtdistanz von 2.000 Kilometern ergibt sich einer Summe von etwa 95,86 Euro.
Zusätzlich zu dieser allgemeinen Kilometergebühr bleibt die Maut für den Vaðlaheiðargöng-Tunnel im Norden nahe Akureyri bestehen, die separat online gezahlt werden muss und für Fahrzeuge dieser Gewichtsklasse bei ca. 2.110 ISK (etwa 14,50 Euro) pro Durchfahrt liegt.
13. Hilfreiche Links
News, Tipps und Mehr auf der deutschsprachigen Seite von Mirjam Lassak
https://saltylava.de/
https://www.instagram.com/saltylava
Das Wetter in Island
https://www.weather.is
https://en.vedur.is/
Strassenzustände, Hochlandpisten
https://www.vegagerdin.is/en
https://umferdin.is/en/cameras
https://safetravel.is/de/driving/summer/highland-driving/
Anmeldung für die Straßenmaut ab 1.1.2026
island.is/en/kilometer-fee
Nordlichter-Vorschau:
https://en.vedur.is/weather/forecasts/aurora/