Meine Ausrüstung - Leichtigkeit ist Trumpf

Wenn man alles, was man braucht, jeden Tag auf dem Rücken tragen muß, dann ist ein oberstes Ziel, das Gewicht so weit wie möglich zu reduzieren. Es gibt allerdings ein paar Dinge, auf die kann man unmöglich verzichten. Und ein paar Dinge, die gehören einfach dazu, auch wenn Sie nicht unbedingt notwendig sind.

Da die Wanderung von der Wüste über das Gebirge bis in den (Regen)Wald hinein verläuft, Bäche und Flüsse ohne Brücken gequert werden müssen, der Untergrund von sandig über felsig bis morastig sein wird und die Temperaturen zwischen + 45°C und -10°C liegen können, ist Flexibilität angesagt. Dazu gehört mein seit Jahren praktiziertes Zwiebelprinzip - nicht eine dicke Jacke, sondern anpassbar an die gerade herrschende Situation mehrere Schichten.

Das Zwiebelprinzip realisiere ich auch bei meinem Schlafsack, der aus zwei Teilen besteht. Die hochwertige Daunenfüllung bietet auch bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt ausreichenden Schutz, hält aber nicht zu warm, wenn die Nächte lau sind.

Weitwandern bedeutet oft, ausserhalb jeden Mobilfunk-Empfangs zu sein. In einsamen Tälern, im Back Country ist oft noch nicht einmal ein Notruf absetzbar. Seit einem einschneidenden Erlebnis auf dem Te Araroa wandert immer auch der Gedanke mit: Wie kann ich mich bemerkbar machen, wenn irgend etwas passiert? Deswegen habe ich mich entschlossen, für diese Reise ein Gerät mitzunehmen, mit dem ich an jedem Punkt der Erde einen Notruf absetzen kann: Das Satelitten-Netzwerk Iridium macht es möglich.

Als Wandersoftware mit detaillierten Informationen zu Wasserstellen, Resupply-Stellen, Abholpunkte, Campgrounds und vielem mehr nutze ich Farout:
https://faroutguides.com/pacific-crest-trail-map/

Meine Ausrüstung (Auszug; keine Werbung, sondern Tipps für andere Weitwanderer!!)

Rucksack


Osprey Lumina 45, der Rucksack, der ultraleicht (0,7kg) ist! Für Frauen gut geeignet mit sehr gutem Trage-komfort




Der Rucksack hat u.a. ein gespanntes Mesh am Rücken, damit der Rücken belüftet wird sowie einen bequemen Hüftgurt

Zelt



Big Agnes Fly Creek 2

Eigentlich sollte es ein Tarp werden, doch bei dieser Distanz habe ich mich doch für ein Zelt entschieden.


 

Big Agnes Tent



Das Fly Creek 2 ist der versuchte Kompromiss zwischen einen unschlagbar leichten Zelt aus Dyneema und der Robustheit traditioneller Zeltstoffe und Größe

Hinweis zum Zelt:



Trotz meiner sehr vorsichtigen und achtsamen Nutzung des Zeltes sind bereits in den ersten 14 Tagen


Schäden aufge-treten. Das Zelt ist tatsächlich sehr empfindlich, weil es so leicht ist.

Aber dass es so extrem sensibel auf seine Nutz-ung reagiert, ist bei dem Preis nicht zu

erwarten gewesen. Achtung, nach dem PCT ist das Zelt ggf. am Ende.

Schlafsack


Pajak Radical ULZ und ULX

Kleines Packmaß, Aussen- und längerer Innenschlafsack, sehr geringes Gewicht (185+325 gr), Daune


Pajak Radical Schlafsack




Sicherheit



Garmin inReach

Kommunikation über Iridium - damit die Sorge vor einem Unfall ausserhalb des Mobilfunk-Empfangs nicht immer mitläuft


Garmin inReach mini



Sehr schön für die Daheimgebliebenen: man kann sehr exakt verfolgen, wo ich gerade bin. Sollte mir etwas passieren, ist auch das Auffinden leicht möglich.

Schuhe


Da es durch mehrere Klimazonen geht (Wüste, Gebirge, Wald, Frühling bis Herbst), ist das noch nicht entschieden




Nach langem Testen: Es wird der Altra Lone Peak All Weather werden. Für die High Sierra muß man abwarten, wie viel Schnee noch liegt.

Kamera



SONY RX 100 M7
Da ich auf das Gewicht achten muss, habe ich mich für diese Edelkompakte entschieden




Mit 24-200 mm Brennweite bin ich für die meisten Foto-situationen gut gerüstet

Stromver-sorgung



Eine der größten Herausforderungen: wie versorgt man Handy, Satteliten-Notruf, Kamera, Lampen usw. in der Wildniss mit Strom?!


Zum Laden habe ich ein möglichst leichtes Solarmodul dabei. Es bringen etwa 12W effektive Leistung.

Energiespeicher ist für mich eine kleine aber leistungsfähige Powerbank

Und ansonsten hilft auf vielen Etappen nur: Strom sparen und gut einteilen. Die Erfahrung kommt mit der Zeit, wie lange was hält. Ein Powernetzteil zum Laden an den Zerodays hilft.

Lebensmittel



Nicht überall und bei weitem nicht immer bekommt man auf dem Trail, was man benötigt. Daher legen nahezu alle Thruhiker Depots an



Dazu gehören leichte Fertig-Mahlzeiten, aber auch Kleidung oder Schuhe und andere Ausrüstung

Auf manchen Wegabschnitten gibt es nur sehr wenige Versorgungspunkte, wo man Essen und Ausrüstung nachkaufen kann

Auslands-kranken-versicherung



Kein Gegenstand, den ich dabei haben werde - und doch eine Absicherung


gegenüber der völlig anderen Abrechnung medizinischer

Versorgung in den USA. Leider bei der Länge der Reise und dem

bereisten Land kein ganz günstiges Vergnügen. Aber besser wie ohne!

Ohne Bild und dennoch so wichtig: Wanderstöcke! Niemals würde ich eine solche Wanderung ohne meine Wanderstöcke machen wollen. Sie helfen einem, nicht zu stolpern, sie helfen den Knien beim Bergabgehen und entlasten den rucksacktragenden Rücken im Aufstieg. Sogar beim Heidelbeeren-Essen helfen Sie - nämlich dann, wenn man aus der Hocke nicht mehr hoch kommt und etwas zum sich Abstützen braucht :-)


22. Februar 2022

Sieben Kilogramm wiegt der Rucksack ohne das Essen und Trinkwasser - das ist 1000 Gramm zu viel. Allerdings weiß ich noch nicht, wo noch abspecken. Das wird knifflig, denn dieses Gewicht werde ich als Grundgewicht immer im Rucksack haben. Zusätzlich kommen dann eben noch Lebensmittel, Wasser und weiter im Norden die Bärentrommel. Dann ist man (sehr schnell manchmal) über dem doppelten Gewicht - und dann wird es echt schwer, denn es geht ja nicht nur weit, sondern auch oft viele Höhenmeter hoch (und wieder runter).

Wohin mit Ausrüstung, die nur wiegt und nicht benötigt wird: Hiker Boxen

Hiker Boxen gibt es an jedem Langstrecken-Wanderweg. Besonders zu Anfang eines Weitwanderweges werden solche Boxen gerne mit Dingen gefüllt, von denen man meinte, sie unbedingt zu benötigen. Doch wenn der Rucksack jeden Tag sich schwerer anfühlt, trennt man sich an solchen Hiker-Boxen Standorten doch gerne mal von allzu schweren Frischhaltedosen, Glasflaschen mit Lotionen, großen Duschgel-Flaschen und zu großen Paketen mit Lebensmitteln. Da jeder Wanderer andere Schwerpunkte setzt, sind solche Hiker-Boxen immer wieder eine (oft auch positive) Überraschung.
Bevor man also in einer Stadt auf Shopping-Tour geht, lohnt sich der Blick in die Hiker Box. Natürlich ist bei manchem unbeschrifteten Beutel mit zweifelhaftem Inhalt eine erhöhte Risikobereitschaft notwendig. Auf der anderen Seite wird man selten Energieriegel in den Hiker-Boxen finden, die den Trail-Hunger vergleichsweise bequem für kurze Zeit verschwinden lassen.
Aber halbleere Gaskartuschen sind am Ende doch noch wertvoll, wenn man ansonsten gar kein Gas mehr für den eigenen Campingkocher-Aufsatz hätte.
Vor allem sind Hiker Boxen jedoch dazu da, sich gegenseitig auf solchen Long Trails zu helfen, anstatt ungenutztes Equipment oder Essen einfach wegzuwerfen.

Hinweise zu dem Wegverlauf und Karten:
https://pctmap.net/



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