Insel der Sehnsucht - Woche 1

 



13. Juni 2023 - Geysier, Kjerlingarfjell Thermalgebiet

Will man ins Landesinnere, bietet sich die F35 Hochlandstrasse an. Sie ist die "harmloseste" der großen drei Hochlandquerungen und führt zudem zu zwei sehr interessanten Thermalgebieten. Doch zuvor kommt man n Thingvellir, Gulfoss und Geysire vorbei. Und was soll ich sagen: Kathrin und ich haben das gute Wetter gebucht. Strahlend blauer Himmel.

Die raue Fahrt über die Schotterpiste zum Kerlingarfjell macht richtig Spaß. Der robuste Geländewagen vermittelt immer mehr den Eindruck, dass ihn kaum etwas aufhalten kann. So ist auch der steile Aufstieg von Asgardur bis auf 1000 m Höhe zum Thermalgebiet im "Altweiber-Gebirge" kein Problem. Was eine fantastische Mischung aus dampfenden Löchern, blubbernden Pfützen und dazwischen überall Schneefelder oder vielfarbige Buckel. Auch dieser Tag erfüllt uns wieder einmal mit großer Dankbarkeit für so viele NAturschätze, die wir sehen dürfen.

 

12. Juni 2023 - Autotausch 

Leider konnte ich das Wohnmobil nur für eine Woche buchen. Daher mussten wir heute den Wagen tauschen. Nun fahren wir einen handlichen Geländewagen, ein Suzuki Jimny. Ein wenig Respekt haben wir ja vor der Untersetzung des geländetüchtigen Fahrzeugs. Auf der anderen Seite wollen wir damit eben auch Strassen erkunden, die mit unserem normalen Campingwagen nicht erreichbar gewesen wäre. Aber ein Komfortverlust ist es schon - gewöhnt man sich doch schnell dran, im Warmen zu sitzen und einen kleinen Herd zu haben.

Vorher haben wir noch das kleine Thermalgebiet Seltun nahe dem Kleifarvatn besucht - das Wetter ist inzwischen wieder grauer geworden.

Ausserdem hat mich meine liebe Reisebegleitung Kathrin reichlich beschenkt mit Dankbarkeit und Zuneigung.

Mit dem neuen Suzuki Jimny sind wir noch hinauf gefahren zum Hraunafoss. Nur durch Zufall wurden wir da auch noch zu einem weiteren Besuch eines "Hot Tube" verleitet. Drei Stunden haben wir im warmen Wasser verbracht und .... Prosecco getrunken. Nobel geht die Welt....


11. Juni 2023 - Svinafellsjökull und Strandakirka

Das fantastische Wetter haben wir nochmals ausgenutzt und sind vom Skaftafjell-Campingplatz rüber gefahren zu der kurzen Wanderung zum Svinafjell-Gletscher. Was eine Schau, die weißen Eisberge, der blaue Himmel.....und das Fliegen mit dem Quadcopter - die andere Sicht auf die Landschaft. Eben von oben - so herrlich!

Dann aber hieß es zurück Richtung Reykjavik. Das Minimobil tauschen wir ja nach der ersten Woche ein in ein Geländewagen. Hoffentlich bleibt es trocken, denn nun heißt es dann zelten.

Doch vorher genießen wir nochmals die herrliche Landschaft des Südens Islands. Schon fast auf der Halbinsel Reykjanes besuchen wir den herrlichen Küstenabschnitt der Strandakirka. Eine nicht so häufig erwähnte Sehenswürdigkeit - ein landschaftliches Kleinod.

Hier übernachten wir auch das letzte Mal in unserem kleinen Wohnmobil.


10. Juni 2023 Skaftafjell Wanderung, Svartifoss
Das Wetter bessert sich und verspricht, uns etwas mehr zu zeigen von der Landschaft. Wir starten unsere Wanderung mit einem Besuch beim fotografisch berühmten Svartifoss. Dass er nicht viel mehr wie ein kleiner Wasserfall in einer großen, abfallenden Fläche ist, sieht man nur aus etwas größerer Entfernung.

Danach geht es in ein Nachbartal des Skaftafjell zum Morsarlon. Hier stürzt das Eis des Vatnajökull viele Hundert Meter die fast senkrechten Wände herab. Es ist herrliches Wetter und total menschenleer. Denn alle wollen hinauf zum Gletscherblick auf den Skaftafjell, aber nur ganz wenige verlaufen sich in das herrliche Nachbartal.

09. Juni 2023 Gletscherlagune und Regen
Anders wie vorhergesagt gab es auch heute doch wieder besseres Wetter. Am Skaftafjell (zwei Gletscherarme, die vom Vatnajökull, dem größten Gletscher hier herab kommen) vorbei führt die Ringstrasse 1 nun durch sehr einsame Gebiete.


Wir haben beide Gletscherseen besucht - den kurz vor dem Jökulsarlon und eben den berühmten Gletschersee selbst. Bei schönem Wetter gelingen einige schöne Aufnahmen der im See treibenden Eisberge, die langsam dem Meer zustreben. Nach diesen beiden bedeutenden Sehenswürdigkeiten geht es nun langsam wieder Richtung Reykjavik. Es war schon schade, dass der „Diamant-Strand“ so wenige Diamanten für uns bereit gehalten hatte - Eisbrocken auf schwarzem Lavasand.
Im Skaftafjell wandern wir noch zum Gletschersee des Skaftafjell-Jökull, der sich als langer Gletscherarm von der höchsten Erhebung Islands herab zieht. Leider ist davon nicht viel zu sehen im Einheitsgrau des Schlechtwettertages.
Die Nacht verbringen wir auf dem Campingplatz vom Skaftafjell. Die warme Dusche tut gut bei dem Wetter.


8.Juni 2023

Nachdem uns der erste volle Tag so reichlich mit Sonne und vielen, vielen Eindrücken verholfen hatte, müssen wir es heute dann doch etwas büßen: Es ist kalt und regnerisch. Und so soll es auch erst einmal noch bleiben. Aber! Wir lassen uns die Laune nicht verderben!
Von Selfoss aus geht es nach Osten zum Seljalandfoss. Der gewaltige Wasserfall, der da über die Klippe fällt, kann ja hinten herum umgangen werden. Dabei wird man regelmäßig irgendwie nass von der Gischt. Das macht uns heute nichts aus: Es ist eh am Nieseln und kalt. Also dick eingepackt geht Kathrin und macht Fotos, während ich auf dem nahegelegenen Parkplatz den Kaffee koche: so ein Miniwohnmobil ist schon ein gewisser Luxus gegenüber einem reinen Auto.
Wir zwängen uns sogar durch die enge Felsspalte neben dem Campingplatz zum Wasserfall, der „im Berg“ herabstürzt.
Natürlich geht es auch wenige Kilometer weiter zum Skogafoss. Die 60 Meter breite Wasserwand, die hier herabstürzt, ist bei jedem Wetter beeindruckend - allerdings mit blauem Himmel dahinter noch bedeutend beeindruckender.


Und tatsächlich ist kurz danach noch eine Sehenswürdigkeit, die wir besuchen. Allerdings sind alle Besucher des Solheim-Gletschers (Heimat der Sonne) dick eingemummelt und verschwinden bei der Gletscherbegehung schnell im tiefhängenden Wolkendunst


Die letzte Sehenswürdigkeit an diesem Tag ist das Felsentor an der Südspitze Islands. Das Dyrholey steht als einsamer Fels vor der Küste im Sturm des Nordatlantik. Links und rechts breitet sich kilometerlang ein schwarzer Lavagrus-Strand aus. Leider ist von den Puffins nicht viel zu sehen. Aber die beeindruckenden Basaltsäulen unten am Fuß des alten Lavapropfens entschädigen ein wenig. Hier höhlt die Brandung bei Sturm immer weiter den Fels aus.
Die Trolle vor Vik sind ganz deutlich zu sehen. Sie wollten an sich Island zu den Färöer ziehen, aber die Sonne erwischte sie und sie versteinerten sofort.
Kurz danach haben wir dann für den Tag Schluß gemacht. Eingekauft hatten wir ja schon und so konnten wir uns ordentlich was zu Essen machen.


07. Juni 2023 - Haveragerdi und der rauchende Bach, Geysir und Gullfoss

Ein wenig ist es ja wie ein Traum: Nach dem herrlichen, entspannenden, aussergewöhnlichen Bad in der Blauen lagune sind wir gestern Abend noch über die Ringstrasse 1 nach Haveragerdi gefahren. Der Ort ist schon vor Jahrzehnten über Island hinaus bekannt geworden, weil man dort Tomaten und Zitrusfrüchte anbaut. Die geothermische Wärme erlaubt auch im tiefen Winter angenehme Temperaturen in den Gewächshäusern und die Dampfquellen erzeugen den Strom für die Beleuchtung.
Doch eigentlich sind wir hier, weil wir den Bach im Reykjadalur (Rauchendes Tal) besuchen wollen. Ausgehend von einer Dampfquelle mit siedend heißem Wasser finden sich etwa 1 km weiter bachabwärts Badestellen mit 30-40 Grad warmen Wasser. 

Und wie ist das Wetter für diesen Ausflug? TRAUMHAFT!
Anders wie erwartet scheint die Sonne, es ist warm und der Himmel blau. Da kann man sich wahrlich nicht beklagen und die Wanderrunde durch das weitläufige Thermalgebiet an den Ausläufern des Vulkan Hengill macht doppelt so viel Spaß!

Was macht man, wenn man einen Tag in Island geschenkt bekommt mit strahlend blauem Himmel und milden Temperaturen (und Mücken)? Man nimmt so viel mit wie geht!

Also auf nach Geysir und dem Strokkur bei seinen Ausbrücken zugeschaut. Die weiße Wasser- und Dampffontäne dieser Springquelle vor blauem Himmel - manch einer würde sich sop viel Glück wünschen. Und nur wenige Kilometer weiter dann der Gullfoss. Der Winter zieht sich im Hochland zurück und gealtige Wassermassen wälzen sich über die Klippen und stürzen hinab in die schmale Spalte. Auch hier strahlender Sonnenschein und gar nicht soo viele Menschen. Was ein Anblick, was ein Tosen - wir bekommen kaum genug davon.

Und was fehlt nun noch zum Golden Cyrcle: Die Wiege der parlamentarischen Demokratie in Pingvellir, wo sich bereits vor über 1.000 Jahren die Männer Islands trafen, um zu richten, zu verhandeln und zu beschließen.

Dieser erste volle Tag auf Island war so traumhaft - mehr durften und hatten wir gar nicht erwartet. Und Kathrin strahlt über das Gesicht angesichts der vielen besonderen und einmaligen Eindrücke. Es ist eine so große Freude, mit ihr unterwegs sein zu dürfen.

06. Juni 2023 - Erster Tag auf Island

Der erste Tag bricht kurz nach sechs Uhr an. Wir haben wunderbar geschlafen in der kleinen, einfachen aber sauberen Unterkunft in Reykjavik. Am Morgen machen wir uns dann zu Fuß auf den Weg zum Vermieter des Campers. Leider wird es etwas komplizierter wie geplant, denn wir haben das Gepäck in der Unterkunft gelassen, weil wir es mit dem Wagen abholen wollten. Aber….der ist noch nicht fertig und so bringt man uns im Shuttle zur Unterkunft, die wir bis 11 Uhr verlassen haben müssen.

Nun aber haben wir ein – sichtlich älteres -Modell bekommen, das aber deutlich mehr Komfort bietet wie der ursprünglich angemietete „Camper“. Kleine Kühlbox, Solarmodul auf dem Dach, Kopffreiheit beim Sitzen – dafür nimmt man den etwas heruntergekommen Zustand des Wagens in Kauf. Ausserdem tut dann ein hochgeschleuderter Stein am Unterboden weniger weh: Viel mehr kaputt gehen geht da nicht mehr.

Natürlich wird zunächst Reykjanes erkundet. Die Halbinsel, die weit in den Westen ragt und eine der aktivsten Gebiete Islands ist. Hier ereignen sich täglich zahlreiche Mikroerdbeben und hier war letztes Jahr der Vulkan Fagradalsfjall aktiv.
Erstes Ziel ist die "Brücke zwischen den Kontinenten". Eigentlich nur ein beliebiger Ort inmitten der herben Vulkanlandschaft. Aber hier sieht man eben auch das Auseinandertriften der Kontinentalplatten. Ganz im Südwesten gibt es auch die größte Dampfquelle Islands: Gunnuhver
. Hier misst man bis zu 300°C dicht unter der Oberfläche, weswegen sehr viel Wasserdampf laut tosend aus dem Loch hervorströmt:

Und am Abend geht es gleich mal in die Blaue Lagune, diesem herrlichen (und teuren) Versickerbecken für das Geothermalwasser des Svartsengi-Kraftwerks. Durch den hohen Salzgehalt des Tiefenwasser haben sich in den Badebecken dicke Schichten Mineralien abgelagert, die dem Wasser eine blaue bis grünliche Farbe geben. Das durchgehend 38°C warme Wasser ist eine Oase selbst bei dem heutigen Wetter, wo ab und zu sogar Nieselregen über das Land streicht. Aber wir haben schon die ganze Zeit herrlich viel Spaß miteinander beim an das auffällige und gut eingerichtete Wohnmobil gewöhnen.

05.06.2023 - Flug ab Frankfurt

Kathrins Mann hat es uns einfach gemacht: nach einem gemeinsam verbrachten Vorabend bei seinen Eltern hat er uns heute zum Flughafen gebracht.

Vorher hatten wir noch in der schönen Gegend des nördlichen Odenwalds die Gelegenheit, die Technik ein wenig auszuprobieren: GoPro und DJI Mini 3. Damit und mit unseren Handys wollen wir für uns, unsere Verwandten und für unsere „Follower“ einfangen, wie uns Island empfängt und uns drei Wochen lang staunen und erleben lässt.

Start zum Island-Abenteuer in Frankfurt

Am Vorabend hatten wir die Lebensmittelbeutel auf die Koffer verteilt. Grad so, wie wenn wir gerade vom Re-Supply kommen und uns für den nächsten Abschnitt einer Fernwanderung vorbereiten, sind Tagesrationen in Tüten abgefüllt und beschriftet. Damit wir nicht gleich als Erstes einen Supermarkt brauchen, wenn wir das kleine Wohnmobil übernommen haben. Denn eigentlich soll es sofort auf die Insel und nicht erst in die Hauptstadt gehen.

Als wir dann im Flieger saßen und langsam Deutschland unter uns zurückblieb, wich alle Nervosität und Anspannung der letzten Tage: Jetzt waren wir im Urlaub und unterwegs. Jetzt konnten wir uns freuen auf das, was da kommt. Und dem Wetter würden wir ein Schnippchen schlagen – auch wenn zunächst für die nächsten zwei, drei Tage die Vorhersage nicht so optimal aussieht.

Warm-up mit Mumm
Wie schön, endlich ging es los! Unser Islandabenteuer begann mit freudigen und ganz herzlichen Umarmungen und Drückerlis in der Reinheimer Blumenstraße. Es war so weit, wir hatten uns und das gemeinsame Abenteuer Island konnte beginnen. Hier, in der Reinheimer Family spürt man die wärmende Herzlichkeit. Jeder ist in diesem Haus willkommen und so wird am Küchentisch fröhlich locker schwatzend das Abendbrot genossen, bevor es dann ans „Vereinigen“ unseres 23 kg Aufgabegepäcks für den kommenden Flugtag ging. Wir hatten beide daheim Resupply-Rationen gepackt, Andrea für die warmen abendlichen Outdoor-Mahlzeiten und meine Tütchen waren gefüllt mit selfmade Hafer-Früchte-Müsli.

Die nur vor wenigen Stunden daheim gut sortierten und gefüllten Backpacks öffneten sich und verwandelten den Reinheimer Hobbyraum in ein schönes Tüten-Abenteuerchaos. Neben all dem Resupply kamen noch unsere farbenfrohen Outdoor Trockensäcke dazu und nun hieß es, hier alles auf 23 kg zu vereinigen und durch eine Metamorphose in den Asiastyle zu verwandeln: Stoff-Koffer á la China.

Unsere gemeinsame Packaktion lief wunderbar. Zu uns gesellte sich noch kurz die Schwiegerfamilie und später begleitete uns Frank, mein Mann, noch auf der Gitarre, um mit Mumm und Songs von Reinhard May, John Denver, Simon & Garfunkel, Donavan... den Abend gemütlich ausklingen zu lassen...

Island kann kommen, wir haben Mumm im Blut und in den 💪🏻💪🏻... 😆


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