Island-Rundreise mit Freunden
21.09.2026 – Ein stürmisches Finale am Golden Circle und der Abschied von der Vulkaninsel
Selbst unseren allerletzten Tag schöpften wir noch einmal in vollen Zügen aus – schließlich startete unser Rückflug gen Heimat erst spät am Abend. Das Wetter zeigte zum Abschluss noch einmal so richtig, wozu der nordische Herbst fähig ist: Ein heftiger Sturm peitschte uns entgegen, begleitet von fiesen, ekligen Regengüssen. Doch das konnte uns vier nach all den bestandenen Abenteuern natürlich längst nicht mehr aufhalten!
Wir machten uns auf den Weg zum berühmten Gullfoss und ins nahegelegene Geysiergebiets. Beim Gullfoss stürzten die Wassermassen tosend in die Tiefe, getrieben vom peitschenden Wind. Gleich nebenan trotzte der Strokkur unbeeindruckt dem Schmuddelwetter: Völlig ungerührt schoss er verlässlich alle paar Minuten seine gewaltige Wasserdampffahne in den grauen, verhangenen Himmel. Wirklich erstaunlich war dabei, wie viele Menschen trotz des stürmischen Wetters und der für Island schon recht späten Jahreszeit noch mit uns im Park unterwegs waren.
Schließlich traten wir die letzte Etappe zum internationalen Flughafen Keflavík an. Hinter uns lagen 14 rundum wunderschöne, harmonische und unvergessliche Tage voller Naturgewalten, Wasserfälle, Gletscher und einmaliger Momente. Der Abschied am Terminal von Andrea und dem aussergewöhnlichen Land knapp unterhalb des Polarkreises fiel uns allen entsprechend schwer, war aber umso herzlicher.
20.09.2026 Landmannalaugar und Aufstieg auf den Suðurnámur
Der Tag startete zunächst wenig vielversprechend: In dichtem Nieselregen ging es über holprige Pisten und durch die eine oder andere Furt tiefer hinein ins isländische Hochland, Richtung Landmannalaugar. Die Fahrt allein war schon ein kleines Abenteuer, doch die Aussicht auf das, was uns dort erwarten sollte, hielt die Stimmung hoch.
Und tatsächlich – kaum hatten wir Landmannalaugar erreicht, lockerte die Wolkendecke auf, und die Sonne brach hervor. Wie gerufen, denn nun stand die Wanderung auf den Suðurnámur an, einen der Aussichtsberge oberhalb des berühmten Geothermalgebiets. Der Aufstieg war stellenweise steil, doch mit jedem Höhenmeter wurde der Blick grandioser: Unter uns breitete sich das gesamte bunte Bergpanorama von Landmannalaugar aus – Rhyolithberge in Rosa-, Gelb-, Grün- und Rottönen, manche von einem sanften, moosgrünen Mantel überzogen, dazwischen die schwarzen, schroffen Lavaströme des Laugahraun, die erst vor einigen Jahrhunderten entstanden sind.

Besonders eindrucksvoll war der Blick hinüber zum Brennisteinsalda, dem wohl farbenprächtigsten Berg der Region: In seinen Hängen mischen sich durch vulkanische und geothermale Aktivität Gelb-, Orange-, Grün- und Rottöne zu einem regelrechten Farbenrausch, der selbst nach so vielen Islandtagen noch einmal für offene Münder sorgte. Oben am Gipfel des Suðurnámur angekommen, ließen wir den Blick lange über dieses einzigartige Farbenmeer aus Bergen, Moos und erstarrter Lava schweifen – ein krönender Abschluss für einen Tag, der so nass begonnen hatte und so strahlend endete.
19.09.2026 Durch die Sanderflächen des Skeiðarárjökull, entlang der einstigen Steilküste nach Vík, Dyrhólaey und der schwindende Sólheimajökull
Die heutige Etappe führte uns zunächst über die riesigen Sanderflächen des Skeiðarárjökull – eine der größten Schwemmsandebenen Islands, entstanden durch die gewaltigen Gletscherläufe (Jökulhlaup), die hier immer wieder nach vulkanischen Aktivitäten unter dem Eis niedergehen. So geschehen auch im November 1996. Im Oktober 1996 brach der Vulkan Gjálp unter der Eiskappe des riesigen Vatnajökull-Gletschers aus. Das geschmolzene Wasser sammelte sich zunächst in den subglazialen Seen der Grímsvötn-Caldera. Als der Wasserdruck zu groß wurde, bahnte sich einen Monat später die „Gletscherflut“ schlagartig ihren Weg unter der Gletscherzunge Skeiðarárjökull hindurch nach draußen. Die hausgroßen Eisbrocken und die gewaltigen Wassermassen riss damals weite Teile der Ringstrasse 1 mit sich). 
Kilometerweit erstreckte sich vor uns in dieser Landschaft nichts als schwarzer Sand, nur durchzogen von schmalen, silbrig glitzernden Wasserläufen – eine Landschaft von archaischer Kargheit und ganz eigener Faszination.
Weiter ging es entlang dessen, was einst die Steilküste Islands (eine bis zu 690 Meter hohe Klippen) war: Vor Jahrtausenden brandete hier noch das Meer direkt gegen die Felsen, heute liegen die markanten Klippen und Felstürme – darunter die berühmten Reynisdrangar – weit im Landesinneren, während sich davor immer neue Sanderflächen aufgeschüttet haben. Ein eindrucksvolles Zeugnis dafür, wie sehr sich Islands Küste im Zusammenspiel von Gletschern, Flüssen und Meer ständig wandelt.
In Vík angekommen, besuchten wir das Kap Dyrhólaey mit seinem markanten Felsentor, durch das bei ruhiger See sogar kleine Boote hindurchfahren können. Der Blick von oben über die schwarzen Sandstrände, das tosende Nordmeer und hinüber zu den Felsnadeln der Reynisdrangar war einfach überwältigend.

Am Nachmittag stand noch ein Besuch beim Sólheimajökull an, einem Gletscherarm des Mýrdalsjökull. Für Andrea, die diesen Ort schon von früheren Islandreisen kennt, war der Anblick diesmal fast ein wenig wehmütig: Der Gletscher hat sich seit ihrem ersten Besuch hier deutlich weiter zurückgezogen, die Gletscherzunge liegt heute merklich weiter hinten im Tal, und an ihrer Stelle ist der von schwarzem Vulkangestein umrahmter Gletschersee noch größer geworden. Ein eindringliches, fast greifbares Bild dafür, wie schnell sich Islands Gletscher in den letzten Jahren verändert haben.
18.09.2026 Wanderung zum Svartifoss und hinab ins herbstliche Morsárdalur
Der Tag begann direkt am Besucherzentrum von Skaftafell, das mitten im gleichnamigen Gletschergebiet am Rande des Vatnajökull-Nationalparks liegt. Von dort aus führte uns der Weg stetig bergauf durch birkenbestandenes Gelände, das sich zu dieser Jahreszeit schon in herrlichen Herbstfarben zeigte – Gelb-, Orange- und Rottöne, so weit das Auge reichte. Nach knapp einer Stunde erreichten wir unser erstes Ziel: den Svartifoss, den wohl bekanntesten Wasserfall Islands. Sein Name bedeutet „Schwarzer Wasserfall“, und tatsächlich stürzt er sich eindrucksvoll über eine Wand aus schwarzen Basaltsäulen, die wie eine gewaltige Orgel aus dem Fels ragen. Kein Wunder, dass diese markante Säulenformation als Vorbild für so manches isländisches Bauwerk, unter anderem die berühmte Kirche Hallgrímskirkja in Reykjavík, gedient hat.
Statt auf dem direkten Weg zurückzukehren, wanderten wir weiter durch das faszinierende Gletschergebiet von Skaftafell, vorbei an schroffen Moränenhügeln und mit immer wieder neuen Ausblicken auf umliegende Gletscherzungen, hinab ins Morsárdalur. Dieses weite, von Gletscherflüssen durchzogene Tal wirkte in seiner herbstlichen Stille beinahe unwirklich schön. Am Fluss angekommen, überquerten wir eine kleine Brücke und ließen den Blick über die schier endlose Weite schweifen, bevor wir den Rückweg antraten.
Dieser führte uns durch eine der typischen Sanderflächen der Region – ein Sander ist eine weite, flache Ebene aus Schmelzwassersedimenten, die Gletscherflüsse vor der Gletscherzunge ablagern und die je nach Wasserstand ihr Gesicht ständig verändert. Über weiches, dunkles Sedimentgestein und zahlreiche kleine Wasserarme hindurch ging es zurück zum Ausgangspunkt – müde Beine, aber überglückliche Gesichter nach dieser wunderschönen, abwechslungsreichen Wanderung durch eine der vielseitigsten Landschaften Islands.
17.09.2026 Hoffellsjökull, die Gletscherarme des Vatnajökull und Jökulsárlón
Bei strahlend blauem Himmel und hübschen kleinen Schäfchenwolken ging es heute erst einmal etwas abenteuerlich zu: Über eine holprige Gravelroad kämpften wir uns bis zum Hoffellsjökull vor, einem Gletscherarm des Vatnajökull. Die Mühe hat sich aber allemal gelohnt! Vor uns türmte sich eine imposante Eisfront auf, die direkt in einen ruhigen Gletschersee kalbt. Immer wieder brechen dort kleinere und größere Eisbrocken ab und treiben dann als kleine, bläulich schimmernde Eisberge über das Wasser – ein faszinierendes Schauspiel, dem wir eine ganze Weile einfach nur zusehen konnten.
Weiter ging unsere Fahrt auf der Ringstraße durch die Region Öræfi (Öræfasveit), den südlichsten Zipfel unterhalb des Vatnajökull. Die Landschaft hier ist von einer ganz eigenen, rauen Schönheit geprägt: Auf der einen Seite die endlose Weite der schwarzen Sanderflächen, auf der anderen Seite ragen die gewaltigen Gletscherarme des Vatnajökull, Europas größter Eiskappe, majestätisch in den Himmel. Immer wieder hielten wir an, um die eindrucksvollen Ausblicke auf die zerklüfteten Eiszungen zu bestaunen, die sich wie gefrorene Flüsse zwischen den Bergen hindurchschieben.
Der absolute Höhepunkt des Tages wartete aber noch auf uns: eine Bootsfahrt auf der Gletscherlagune Jökulsárlón! Dieser Gletschersee ist mit rund 250 Metern der tiefste See Islands und zählt zu den am schnellsten wachsenden Lagunen des Landes – erst in den 1930er-Jahren entstanden, als sich der dahinterliegende Gletscher Breiðamerkurjökull immer weiter zurückzog, hat sie sich seither stetig vergrößert.
Zwischen dem türkisblauen Wasser trieben unzählige Eisberge in allen erdenklichen Formen und Blautönen – manche davon sollen laut unserem Guide mehrere hundert bis über tausend Jahre altes Gletschereis enthalten! Immer wieder tauchten auch neugierige Robben zwischen den Eisschollen auf und beobachteten uns interessiert. Kein Wunder, dass dieser magische Ort schon so manchem Hollywood-Filmteam als Kulisse gedient hat.


Ganz in der Nähe der Lagune liegt der berühmte Diamond Beach: Ein schwarzer Vulkanstrand, an dem die Strömung immer wieder Eisbrocken aus der Lagune ins Meer und von dort zurück an Land spült. Dort liegen sie dann glitzernd wie funkelnde Diamanten auf dem tiefschwarzen Sand – ein wirklich atemberaubender Kontrast, an dem wir uns kaum sattsehen konnten.
Ein Tag voller Eis, Gletscher und Superlative – Island zeigte sich heute wieder in seiner allergrößten Form! Die Nacht verbringen wir im schön gelegenen Arnanes Country Hotel.
16.09.2026 Sturm und Regen
Ein Tag zum Drinnenbleiben im gemütlichen Tinyhaus. Draussen versucht der Sturm, alls nicht Standfeste umzuwerfen oder gleich davon zu tragen. Da bleiben wir lieber im windgeschützten Inneren!
15.09.2026 Dettifoss, die Ringstraße und die einsamen Ostfjorde
Heute stand mit dem Dettifoss eines der ganz großen Naturschauspiele Islands auf dem Programm! Schon von Weitem kündigt sich der Wasserfall durch eine feine Gischtwolke an, die über der kargen Hochebene hängt. Gespeist wird er vom Gletscherfluss Jökulsá á Fjöllum, der hier über eine breite, schroffe Abbruchkante in eine tief eingeschnittene Schlucht stürzt.
Die schiere Wassermasse, die sich dort mit ohrenbetäubendem Grollen in die Tiefe wälzt, gilt als eine der gewaltigsten in ganz Europa – man spürt förmlich, wie der Boden unter den Füßen leicht vibriert, wenn man nahe an den Aussichtspunkten steht. Das trübe, graubraune Gletscherwasser, die schwarzen Basaltfelsen ringsum und die feuchte Gischt, die einem ins Gesicht weht, ergeben zusammen eine ziemlich urgewaltige, fast archaische Stimmung. Kein Wunder, dass sich schon so mancher Filmemacher von diesem Ort hat inspirieren lassen. Wir standen eine ganze Weile einfach nur staunend am Rand der Schlucht – Worte werden dem irgendwie kaum gerecht.
Nach diesem beeindruckenden Auftakt ging es weiter auf der Ringstraße 1 in Richtung Egilsstaðir, der größten Stadt im Osten des Landes. Die Landschaft veränderte sich dabei spürbar: weite, einsame Hochebenen wichen nach und nach grüneren Tälern, bis wir schließlich in die Ostfjorde eintauchten.
Und die hatten es noch einmal in sich! Die Straße schlängelt sich hier eng zwischen steil aufragenden Bergflanken und dem Meer entlang, vorbei an kleinen, verschlafenen Fischerorten, in denen sich kaum eine Menschenseele zeigt. Diese Ecke Islands ist spürbar dünner besiedelt und wilder als vieles, was wir bisher gesehen haben – ein Gefühl von großer Abgeschiedenheit und Ruhe, das uns alle vier sehr beeindruckt hat. So ging die Fahrt weiter Richtung Höfn, während sich draußen die Fjordlandschaft in immer neuen Ausblicken präsentierte.
Ein Tag voller starker Eindrücke – vom tosenden Dettifoss bis zur stillen Weite der Ostfjorde!
13.09.2026 Akuryri - Laufas
Nach der wilden Fahrt über Hochlandpisten und verschneiten Eindrücken im Hochland stand heute die Nordland-Hauptstadt Akureyri auf dem Programm!

Unser Basecamp für die Nacht liegt zentral: Wir haben ein gemütliches Quartier direkt im Stadtzentrum bezogen. Wenn man aus dem Fenster schaut, blickt man mitten auf die Fußgängerzone – ein wunderbarer Kontrast zur eher einsamen Natur der letzten Tage.
Ein ganz besonderes Highlight erwartete uns jedoch etwas außerhalb beim Torfhof-Museum Laufás. Hier hatten wir unglaubliches Glück! Genau an diesem Tag fand eine der nur zwei jährlichen Spezialveranstaltungen statt, bei denen der alte Hof richtig zum Leben erwacht. Das Torfgehöft, dessen Wurzeln bis in die Besiedlungszeit zurückreichen und dessen heutige Gebäude größtenteils aus dem 19. Jahrhundert stammen, zeigte sich von seiner lebendigsten Seite: An diesem Herbsttag veranschaulichten uns Mitglieder der Traditions- und Handwerksgruppe Handraðinn das beschwerliche, aber faszinierende Alltagsleben von vor über 150 Jahren.
Wir konnten dabei zusehen, wie früher Skyr hergestellt, Wolle verarbeitet und traditionelle isländische Speisen zubereitet wurden – man fühlte sich augenblicklich in der Zeit zurückversetzt! Als Krönung bot der örtliche Reitverein Pólar Hestar das beliebte Reiten auf Islandpferden an – ein Riesenspaß für uns alle.
Brigitte, Gisela und Horst sind absolut begeistert von dieser Reise und kommen aus dem Schwärmen über die vielen sehenswerten Orte und die mit viel Herzblut und Insiderwissen geplante Tour und Betreuung gar nicht mehr heraus.
Island zu viert ist einfach ein riesiges Geschenk für Alle!

Webcam in Akureyri
12.09.2026 Kerlingarfjöll
War der gestrige Tag auch etwas kühl, so verabschiedete er sich zumindest noch mit versöhnlichen Sonnenstrahlen. In einem gemütlichen, schönen Gasthaus unweit der Ringstraße 1 fanden wir vier am Abend einen wunderbar entspannten Zufluchtsort. Wir ließen den Tag gemütlich ausklingen, lachten viel und genossen die behagliche Atmosphäre – ahnungslos, was der nächste Morgen für uns bereithalten würde.
Als ich heute Morgen den Vorhang zur Seite schob, traute ich meinen Augen kaum. Über Nacht hat der Winter vorbeigeschaut! Die grüne Wiese vor unserem Haus lag unter einer hauchfeinen, weiß überzuckerten Schneedecke. Der Blick nach oben verhieß pure isländische Dramatik: Die Gipfel der umliegenden Berge hatten sich tief in bleierne, schwere Wolken gehüllt.
Ein kurzer Blick in die Runde – ein kurzes Nicken. Das Abenteuer ruft, Schmuddelwetter hin oder her!
Unser heutiges Ziel: das Kerlingarfjöll im Hochland. Die Anfahrt über die Piste 35 von Norden her verlangte uns direkt alles ab. Die Hochlandstraße präsentierte sich holprig, steinig und stellenweise komplett verschneit. Doch unser treuer 4x4-Mietwagen entpuppte sich als wahrer Glücksgriff. Unbeirrt und erstaunlich geländegängig bahnte er sich seinen Weg durch Matsch und Schnee.
Gekrönt wurde die Fahrt vom steilen, herausfordernden Anstieg hinauf zum Parkplatz im Kerlingarfjöll. Doch als wir den Motor abstellten und ausstiegen, war jede Anspannung sofort verflogen. Vor uns eröffnete sich eine schier unwirkliche Welt: Das farbenfrohe, dampfende und zischende Geothermalgebiet, das mitten in der verschneiten Kälte märchenhaft emporstieg.
Überall steigt heißer Dampf aus der Erde auf, das blubbernde Erdreich leuchtete in den faszinierendsten Farbtönen und bildet einen atemberaubenden Kontrast zur kargen, weißen Umgebung. 

Was für ein gewaltiges, unvergessliches Abenteuer für uns vier! Island zeigte sich heute von seiner wildesten Seite – und genau dafür lieben wir es.
11.09.2026 Die 550, Hraunafossar und Hvítserkur
Was für ein Tag! Heute stand der Hraunfossar auf dem Plan – und der Name verrät eigentlich schon das halbe Wunder. Über hunderte Meter hinweg quillt dort eisblaues Gletscherwasser direkt aus dem dunklen Hallmundarhraun-Lavafeld hervor und stürzt in den Fluss Hvíta. Aber das absolute Highlight waren heute die Herbstfarben: Die Birkenbüsche und Flechten rund um den schwarzen Lavastrom leuchten inzwischen in intensiven Gelb-, Orange- und Rotstönen. Dieser Kontrast zwischen der düsteren, erstarrten Lava und dem bunten Herbstfeuerwerk ist einfach famos. Man kommt aus dem Fotografieren gar nicht mehr heraus.
Nach einer kurzen Kaffeepause aus der Thermoskanne haben wir den Motor wieder gestartet und sind weiter gen Norden gefahren. Unser Ziel: der berühmte Hvítserkur auf der Halbinsel Vatnsnes. Bei absolutem Bilderbuchwetter – strahlend blauer Himmel und kaum ein Windhauch – stand der markante Monolith im tiefblauen Meer. Ob er nun aussieht wie ein drachenartiges Fabelwesen, ein trinkendes Nashorn oder ein steinerner Troll, der vom Sonnenlicht überrascht wurde: Wenn die Nachmittagssonne auf die weißen Vogelkot-Spuren und das dunkle Basaltgestein trifft, wirkt die Kulisse fast magisch.
09.09.2026
Heute war das Wetter dann doch eher wieder "isländisch-wechselhaft". Aber richtig gekleidet und mit der richtigen Einstellung spielt das Wetter keine so große Rolle auf dem ersten Abschnitt des Golden Circle. Dazu gehört auch der Besuch des Ortes, an dem vor über 1000 Jahren das erste Parlament entstand: Þingvellir - aber auch ein Ausflug ins wilde Hochland.
08.09.2026 Begrüßung der drei Freunde mitten in der Nacht
Spät in der vergangenen Nacht habe ich meine Freunde vom Flughafen Keflavik abgeholt. Das wurde eine kurze Nacht für alle, denn der nächste Tag versprach, mit tollem Wetter zu brillieren. Und so wurde die Rundfahrt über die Vulkanhalbinsel Reykjanes auch ein Island-Einstieg bei traumhaftem Wetter. Klar wurde gleich mal der ort besucht, an der die beiden Kontinente von Amerika und Europa jedes Jahr ein paar Millimeter auseinander treiben: Die Brücke über die Kontinente. Auch nicht fehlen durfte die mächtige Dampfquelle Gunnuhver, die ununterbrochen eine dichte Dampfwolke in den blauen Himmel ausstößt.
Die frischen Lavafelder der Ausbrüche rund um Grindavik waren auch sehr beeindruckend - auch, dass die Isländer gar nicht erst versucht haben, die alten, von Lava überflossenen Strassen wieder frei zu legen: sie haben einfach neue Strassen durch die pechschwarzen Lavafelder gebaut.
05.09.2026
Huiiii, die vergangenen zwei Tage flogen nur so dahin! Auf dem Campingplatz habe ich ordentlich getrödelt, weil sich noch so tolle Begegnungen ergaben und ich außerdem unbedingt noch ins Schwimmbad wollte.
Das öffnete um 8 Uhr und ich stand pünktlich vor der Tür – genau wie die Gruppe der einheimischen Frühschwimmer. Ich wollte einfach noch einmal gemeinsam mit diesen freundlichen Menschen schwimmen, im heißen Wasser sitzen und Kaffee trinken. Witzig fand ich, dass sie alle den angebotenen Würfelzucker nicht etwa in den Kaffee rührten, sondern genüsslich daran knabberten. Genau wie ich es als Kind so gerne gemacht habe! Ich tat es ihnen natürlich gleich und hatte meine helle Freude daran.
So war es fast schon Mittag, als ich mich schließlich auf die Weiterfahrt aus den Westfjorden hinaus nach Akranes (nördlich von Reykjavik und dem Hvalfjördur) machte. Dort erwarten mich ein paar wunderbare Menschen, deren Einladung ich nur zu gerne angenommen habe. Sie stammen aus Polen und teilen ihr Haus hier mit Gästen aus aller Welt. Scott und ich hatten hier schon einmal übernachtet und fantastische, lustige Abende zusammen verbracht.
Ich will die Zeit hier nutzen, um noch einmal die bevorstehende Rundreise mit meinen Freunden aus Deutschland zu überarbeiten. Bisher sieht die Wetterprognose gar nicht schlecht aus – ich würde sogar sagen: für isländische Verhältnisse richtig gut.
Außerdem gibt es einiges umzuräumen: Die Lebensmittelkiste muss so sortiert werden, dass sie unseren Bedürfnissen für die kommenden zwei Wochen entspricht. Und ich muss meinen nicht vorhandenen Koffer mit Kleidung packen... mal schauen, worin ich die Sachen am besten unterbringe! Der Gletscherfloh wird vorübergehend gegen einen Mietwagen getauscht, schließlich sollen ja alle einen gemütlichen Sitzplatz bekommen.
Hach, was freue ich mich auf Brigitte, Gisela und Horst! Am Montagspätabend kann ich sie endlich am Flughafen abholen und fest in die Arme schließen. Das Abenteuer Island zu viert kann beginnen…
Ich verabschiede mich an dieser Stelle für die nächsten zwei Wochen von euch. Danach lesen wir uns wieder, um all die neuen Erlebnisse zu teilen.
Vortrag über meine Erlebnisse in Island
Ein wichtiges Datum möchte ich euch aber unbedingt noch ankündigen! Auch wenn ihr hier schon so viel aus der Ferne miterlebt, bringe ich all die tollen Momente noch einmal live mit nach Hause:
Ich lade euch herzlich ein, gemeinsam mit mir am 04.11.2026 um 19:00 Uhr im Bürgersaal in 69436 Schönbrunn zu feiern!
Lasst uns einen wunderbaren Abend verbringen – mit Lichtbildern, Eindrücken zum Anfassen sowie Raum für eure Fragen und Antworten. Bringt gerne Familie und Freunde mit! Stuhlkissen liegen bereit und auch für Getränke ist gesorgt – denn es ist wie immer nicht sicher, wie lange wir es miteinander vergnüglich, abenteuerlich und herzlich aushalten.
Ich freue mich riesig auf euch und unser gemeinsam geteiltes Abenteuer „Island intensiv 2026“!