Islanddurchquerung zu Fuß
Routenverlauf & Orientierung - die harten Fakten
Diese Querung des isländischen Hochlandes ist kein Weg, den man mal zum Spaß geht. Die Umgebung, die Wetterverhältnisse und die völlige Abgeschiedenheit erfordert Erfahrung im Umgang mit ungeplanten Zwischenfällen und verlangt je nach Widrigkeit der Wegstrecke ein hohes Maß an mentaler Stärke.
• Streckenlänge: Ca. 400 km in Nord-Süd-Richtung von Reykjahlíð (Myvatn) nach Skógar.
• Wegführung: Kein durchgehender, markierter Weitwanderweg; im Norden ggf. alternativ die F910, im Süden Nutzung des etablierten Laugavegur-Trails.
• Orientierungsmittel: Hochland-Schotterpisten sowie rot/gelbe Markierungspflöcke; stellenweise fehlen Wegspuren und Markierungen komplett.
Da die Durchfahrt der F910 für alle Fahrzeuge verboten ist, kann die Pistenspur verweht und nicht mehr sichtbar sein. Kleine Holzpflöcke können ebenfalls in angewehten Sanddünen verschwinden und plötzlich einsetzender Nebel die Sicht stark einschränken.
• Landschaft: Unberührte, weltabgelegene Wildnis mit Lavafeldern, Schneefeldern, Wasserfällen und Gletscherflüssen.
Anreise & Ausstiegsmöglichkeiten
• Öffentlicher Nahverkehr: Anreise nach Reykjahlíð (Norden) und Abreise ab Vík (Süden) gut per Linienbus möglich (Fahrpläne vorab prüfen). Trampen möglich.
• Ausstiegspunkte unterwegs: Ein vorzeitiger Abbruch ist nur an wenigen Punkten wie Nýidalur (2x pro Woche Hochland-Linienbus), Landmannalaugar und Þórsmörk (per Bus) oder durch Mitfahrgelegenheiten in 4x4-Fahrzeugen möglich (Dreki-Hütte an der Askja).
Anforderungen & Sicherheit
• Kondition: Hohe körperliche und mentale Ausdauer erforderlich (Tagesetappen von oft um die 30 km); Bergwandererfahrung ist nicht zwingend erforderlich, aber eine realistische Selbsteinschätzung essenziell. Häufig mühselige, kräftezehrende Sandstrecken oder unebene, scharfkantige Lavafelder.
• ACHTUNG – Flussquerungen: Gefährliches Durchqueren zahlreicher reißender Gletscherflüsse; erfordert Umsicht und richtige Furttechnik.
• ACHTUNG – Wetter & Orientierung: Plötzliche Wetterumschwünge können lebensgefährlich werden; auf unmarkierten Etappen ist GPS-/Karten-Orientierung zwingend.
• Ressourcen: Längere Etappen verlaufen komplett ohne verfügbares Trinkwasser; man muß entsprechende Wassermengen selbst mit sich führen/tragen.
Infrastruktur, Kosten & Ausrüstung
• Unterkünfte & Versorgung: Sehr geringe Dichte an Berghütten und Campingplätzen; gut ausgestattete Stützpunkte befinden sich in Nýidalur und Landmannalaugar.
• Camping-Regeln: Wildcampen/Zelten in Nationalparks ist strikt verboten (Leave No Trace-Prinzip beachten). Ausnahmen für Weitwanderer werden geduldet.
• Ausrüstung: Zwingend erforderlich sind ein absolut sturmsicheres Zelt sowie Fels-/Schotterheringe für harte Hochlandböden.
• Kosten & Bargeld: Hütten- und Küchennutzung sowie Duschen (auch für Tagesgäste) ist kostenpflichtig. Es gibt unterwegs keine Geldautomaten; die Mitnahme von ausreichend Bargeld (ca. 200 € für Verpflegungsnotfälle/Kleinigkeiten) wird empfohlen. Übernachtungen in den Hütten schlagen mit ca. 100 EUR pro Nacht zu Buche.